Managerhaftung
25. Oktober 2017

Meldung von Schadensfällen an die D&O Versicherung.

Die Anzahl der Fälle, in denen gegenüber Geschäftsführern, Vorständen oder Aufsichtsräten Schadensersatzforderungen durch die Gesellschaft oder deren Insolvenzverwalter geltend gemacht werden, haben in den letzten Jahren zugenommen. Deshalb stellt sich für die betroffenen Organwalter immer häufiger die Frage, was zu tun ist, wenn sie auf Schadensersatz in Anspruch genommen werden. Verfügen die Betroffenen über eine D & O Versicherung sind die folgenden Besonderheiten zu beachten:

  • Der Schaden ist der D&O Versicherung unverzüglich schriftlich zu melden; diese Aufgaben kann auch ein Rechtsanwalt übernehmen. Wird der Anspruch nicht oder verspätet gemeldet, kann es zum Verlust des Anspruchs kommen
  • Regelmäßig wird die D&O Versicherung genaues über den schadensersatzauslösenden Vorgang in Erfahrung bringen wollen und verlangt eine eigenhändig durch den Geschäftsführer geschriebene Erklärung zu den Umständen des betreffenden Vorgangs.
  • In Angelegenheiten größeren Umfangs wird durch die D & O Versicherung regelmäßig ein detailliertes Gespräch mit einem durch die Versicherung beauftragten Rechtsanwalt verlangt, welches in Schriftform der D & O Versicherung übermittelt wird. Dies kann sich als besonders schwierig darstellen, wenn gleichzeitig – wie häufig – ein Ermittlungsverfahren, meist wegen Untreue, bei der Staatsanwaltschaft anhängig ist. Denn die Staatsanwaltschaft kann auch eben diese der Versicherung übermittelten Protokolle beschlagnahmen und sich so Informationen verschaffen. Hier muss daher abgewogen werden: Werden gegenüber der Versicherung Angaben getätigt, können diese im Strafprozess ggf. verwertet werden, auch wenn sich der Betroffene auf sein Recht zur Aussageverweigerung berufen hat. Werden gegenüber der D & O Versicherung keine Angaben gemacht, kann es zum Verlust des Versicherungsanspruchs kommen.
  • Geht die D&O Versicherung nicht von einem vorsätzlichen oder wissentlichen Handeln aus, gewehrt sie zunächst Abwehrschutz, d.h. die Rechtsanwalts- und ggf. Gerichtskosten, die im Hinblick auf die Abwehr des Anspruchs anfallen, werden übernommen.
  • Der entstandene Schaden wird regelmäßig erst nach Eintritt in das Gerichtsverfahren und Prüfung der Aussichten gewährt, soweit dem Organ kein vorsätzliches oder wissentliches Verhalten vorgeworfen wird. Gerne beraten wir Sie!