Interkulturelle Mediation
6. November 2014

Ein Konflikt entsteht meist dann wenn zwischen zwei Akteuren, die miteinander interagieren, unterschiedliche Wahrnehmungen, Interpretationen, Handlungs-oder Zielabsichten bestehen, die sich nicht miteinander vereinbaren lassen. Die Kultur einer Gesellschaft oder eines Individuums prägt dabei ihre Vorstellungswelt und Lebensweise. Auch die Kommunikation wird von der Kultur, der wir uns zugehörig fühlen beeinflusst. So gibt es in jeder Kultur Wörter, Gesten oder Bilder, die mit einer kulturspezifischen Bedeutung verknüpft sind. Genauso bestehen kulturspezifische Normen und Werte, die einen großen Einfluss auf das Verhalten und Handeln von Menschen haben.

Inwieweit kulturelle Unterschiede sich auf einen Konflikt auswirken oder selbst Gegenstand eines Konflikts sein können, ist ganz verschieden. Das Sprechen unterschiedlicher Sprachen ist sicher ein häufiger Grund für Missverständnisse und Fehlinterpretationen. Aber auch eine unterschiedliche Konflikt- oder Streitkultur, ein unterschiedlicher Umgang mit Emotionen oder Unterschiede in den Normen und Werten der beteiligten Personen können sich auf einen Konflikt auswirken. Der kulturelle Hintergrund kann jedoch nicht nur die Kommunikation erschweren, sondern auch der Auslöser oder das Thema des Konflikts sein. Fehlt der jeweils anderen Partei das Wissen um diese Unterschiede, kann die Kommunikation beeinträchtigt werden und sich der Konflikt weiter verhärten.

Bei der interkulturellen Mediation geht es darum, Konflikte zwischen Parteien, die verschiedene kultureller Identitäten aufweisen, mithilfe einer dritten Person -dem Mediator- zu lösen. Der Mediator hält die Parteien zu einer gleichberechtigten Kommunikation an und versucht, ein gegenseitiges Verständnis für den vorhandenen Konflikt zu fördern. Indem der Mediator versucht, Kommunikationsbarrieren aufgrund kultureller Unterschiede abzubauen und ein gegenseitiges Verständnis zu fördern, sollen die Parteien unterstützen werden, eine gemeinsame Lösung für Ihren Konflikt zu finden.

Hier ist es hilfreich, wenn der Mediator Kenntnisse beider Kulturen besitzt und so kulturelle Differenzen und Prägungen erkennen und sie im Mediationsprozess thematisieren und ggf. bearbeiten kann. Das Ziel ist es, Respekt und Verständnis für die Werte der anderen Partei zu schaffen und auf Grundlage dessen den Parteien zu ermöglichen, eine einvernehmliche Lösung zu erarbeiten.

Themen interkultureller Konflikte können dabei sehr vielfältig sein. Besonders häufig zeigen sich  Konflikte in Unternehmen, in denen Personen nationalitäts- und kulturübergreifend zusammenarbeiten. Um trotz interkulturell auftretender Probleme eine gute Zusammenarbeit zu ermöglichen kann es von Vorteil sein, mithilfe einer neutrale dritten Person Gesprächsführungstechniken und Lösungsmöglichkeiten zu erarbeiten. Darüber können interkulturelle Konflikte von Auseinandersetzungen im Schulkontext bis hin zu Konflikten in interkulturell zusammengesetzten Familien reichen.

Als Mitglied einer deutsch-türkischen Familie, und meiner daraus resultierenden langjährigen Erfahrung mit beiden Kulturen, biete ich Ihnen kulturübergreifende Mediationen oder Konfliktklärungsgespräche, die mit kulturspezifischem Wissen und kultureller Kompetenz verknüpft werden.