Was ist Mediation ?
21. August 2014

Das Verfahren der Mediation

Mediation stellt ein außergerichtliches Konfliktlösungsverfahren dar mit dem Ziel, eine einvernehmliche und tragfähige Lösung im Interesse beider Seiten zu erarbeiten. Können bestehende Konflikte von den betroffenen Personen nicht mehr selbst gelöst werden besteht die Möglichkeit eine neutrale und unbeteiligte Person, den Mediator, zu beauftragen. Seine Aufgabe besteht darin, zwischen den Parteien zu vermittelt. Dabei versucht der Mediator die Gefühle Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten herauszuarbeiten und ein gegenseitiges Verständnis zu fördern. Durch die Mediation sollen bestehende Kommunikationsbarrieren abgebaut und die Streitenden befähigt werden eine einvernehmliche und vernünftige Lösung für Ihren Konflikt zu erarbeiten (Ballreich und Glasl 2007).

Das Mediationsverfahren besteht aus einem strukturierten Vorgehen und unterliegt den Grundsätzen der Freiwilligkeit, Vertraulichkeit, Eigenverantwortlichkeit, Offenheit und Allparteilichkeit. Dies bedeutet, dass die Medianten das Verfahren freiwillig beginnen und auch jederzeit beenden können. Dabei verpflichten sich alle Parteien sowie der Mediator zur Verschwiegenheit. Die Konfliktparteien vertreten ihre Interessen eigenverantwortlich. Mit Hilfe des Mediators sollen beide Seiten befähigt werden, eigene Lösungen zu entwickeln, die auch nach dem Mediationsverfahren bestand haben. Um zu einer tragfähigen Lösung des Konflikts zu gelangen ist es notwendig, sich für den Prozess der Mediation zu öffnen und alle für den Konflikt notwendige Informationen zur Verfügung zu stellen. Der Mediator steht während der Mediation auf keiner Seite der Konfliktbeteiligten. Er verhält sich neutral und verfolgt keinerlei eigene Interessen bei der Vermittlung zwischen den Parteien.

Ablauf der Mediation

Zu Beginn des Mediationsverfahrens wird versucht, eine Konfliktklarheit für alle Beteiligten zu schaffen. Jede Partei wird daher aufgefordert ihre Sichtweise auf die Auseinandersetzung zu schildern. Dabei geht es nicht nur darum den Sachverhalt aus eigener Sicht darzulegen sondern auch zur Kenntnis zu nehmen, wie die andere Partei den Konflikt wahrgenommen hat. Besteht für alle Beteiligten eine Konfliktklarheit werden im weiteren Verlauf die Positionen, Interessen und Bedürfnisse der Beteiligten herausgearbeitet. Das Ziel ist es, die persönliche Bedeutung des Konflikts zu verdeutlichen und ein gegenseitiges Verständnis zwischen den Konfliktparteien zu fördern. Erst wenn ein gegenseitiges Verständnis für die eigenen Bedürfnisse in diesem Konflikt sowie für die Bedürfnisse der anderen Partei besteht, können auch tragfähige Lösungen erarbeitet werden. Diese können dann von den Parteien bewertet werden um sich so einer Lösungsoption anzunähern, in denen die Bedürfnisse beider Parteien berücksichtigt werden. Kommt es zu einer Einigung, kann eine Vereinbarung unterzeichnet werden, in der die Einigung und weitere Schritte schriftlich fixiert werden. Bei Bedarf kann die Lösung auch von einem Anwalt oder Notar der Parteien geprüft werden. Ebenso besteht die Möglichkeit, die Umsetzung von Lösungen mit dem jeweiligen Mediators nachzubesprechen.

Wann ist Mediation sinnvoll

Mediation ist ein sinnvolles Verfahren, wenn bestehende Differenzen so festgefahren sind, dass sie nicht oder nur schlecht in direkten Gesprächen oder Verhandlungen gelöst werden können. Beide Parteien sollten sich bewusst sein, dass ein Konflikt vorliegt und daran interessiert sein, eine faire und nachhaltige Lösung zu finden. Wichtig ist neben der generellen Bereitschaft aller Parteien an dem Verfahren teilzunehmen auch eine hohe Motivation, den Konflikt eigenverantwortlich lösen zu wollen. Besonders wenn die Konfliktparteien auch in Zukunft miteinander in Kontakt oder Beziehung stehen und ein langer Rechtsstreit vermieden werden soll, kann eine Mediation sinnvoll sein. Mittlerweile wird bei umfassenderen Rechtsstreitigkeiten auch von Gerichten immer häufiger eine außergerichtliche Mediation vorgeschlagen. Weiterhin ist es für den Mediationsprozess wichtig, dass sich die Betroffenen auf Augenhöhe begegnen und keine großen Machtunterschiede bestehen.

Quellen:

Ballreich, R. und Glasl, F.(2007): Mediation in Bewegung. Ein Lehr- und Übungsbuch mit Filmbeispielen auf DVD. Stuttgart